Warum wir tun, was wir tun.

Ich möchte Euch eine kleine Geschichte erzählen. Es war im Juni 2017. Mit meinen Brüdern bin ich nach Kuba gefahren. Ich wollte meinen Brüdern das Land zeigen, in das ich selbst seit über 15 Jahren regelmäßig fahre.

Damals sollte die Reise auch mir guttun. Ich komme aus Deutschland und hatte dort fast 17 Jahre lang einen Hund namens Nico. Nico war mein bester Freund, er war in den besten Tagen und er war in den schlechtesten Tagen meines Lebens bei mir.


Ich wusste, das Nico sehr alt war und ich wusste auch, dass sein Leben eines Tages enden würde. Am 7. Februar 2017 war dieser Tag gekommen. Das letzte, was ich für meinen besten Freund tun konnte, ihn nicht leiden zu lassen. Dennoch, ich war am Boden zerstört...

Nico war für so viele Menschen ein liebevoller Hund. Wenn Menschen Angst vor Hunden hatten – bei Nico haben sie diese Angst verloren. Nico war für einen großen American Football Club das Maskottchen. Kinder lernten bei Nico, wie man mit Hunden umgeht. Er war in Musikvideos zu sehen. Weltstars wie Lionel Richie (Ich arbeite für einen Radiosender) spielten mit ihm in der Redaktion des Senders.

Nicos liebevolle Art hat alle begeistert die ihm begegnet sind. Es war für viele unvorstellbar, dass ich diesen großartigen Hund im Jahr 2001 aus dem Tierheim geholt habe. Irgendjemand hatte Nico damals einfach weggeworfen.

Nach Nicos Tod hatten mich viele meiner Freunde gefragt, wann ich mir wieder einen Hund hole. Für mich war das eine schwere Frage. Nichts konnte Nico ersetzen, nichts! Ich hatte Nico vor seinem Tod gebeten: "Wenn ich wieder einen Hund haben soll, schick Du ihn zu mir!"....

Im Juni 2017 flog ich also wieder nach Havanna. Wie gesagt, diesmal mit meinen beiden Brüdern Alexander und Felix. Nach einem 11 Stunden Flug kamen wir in Kuba an, checkten in unserer Casa sein, Alejandro unser kubanischer Freund war auch da... Wir waren müde und wir hatten Hunger.

Also gingen wir in ein kleines Restaurant in der Nähe unserer Casa und bestellten uns Hühnchen mit Salat und Reis. Und dann sah ich ihn, sah sein Gesicht und sah in seine tieftraurigen Augen. Ein mittelgroßer Hund in einem sehr schlechten Zustand. Als er mich ansah, war ich im Schock. DAS war genau Nicos Gesicht und seine Augen. Mein Hungergefühl war sofort weg.

Ich nahm das Hühnchen von meinem Teller und ging zu ihm. Er war so ängstlich, hatte kein Vertrauen zu Menschen und auch die Kellner sahen es gar nicht gerne, dass ich den kleinen Jungen etwas Fleisch hingeworfen habe. "Bitte nicht vor dem Restaurant!" wurde mir gesagt. Also ging ich ein Stück weiter, setzte mich auf den Bürgersteig und warf dem jungen Hund das Hühnchen Stück für Stück zu. Ich gab ihm den Namen Pablo.

In den nächsten Tagen gingen wir immer wieder in das gleiche Restaurant. Pablo wartete schon auf uns. Und nach 3 Tagen ließ sich Pablo das erste Mal streicheln. Pablo, der so ängstlich war, gewann langsam vertrauen. Ich wurde sogar mit einem kleinen Schwanzwedeln begrüßt. Auch die Kellner die noch Tage zuvor unfreundlich waren, gaben mir automatisch Fleischreste für meinen neuen Freund. Ich vergesse bis heute nicht die Worte der Kellnerin als sie mir am dritten Tag sagte: "Du hast ein gutes Herz!"...
 

Nico 2008

Nico 2011

Pablo 2017

Am vierten Tag war Pablo plötzlich verschwunden. Wir haben nach ihm gesucht, haben Leute gefragt, haben telefoniert. Bis zum Tag meiner Abreise habe ich Pablo nicht wieder gesehen.

Ich hörte Horrorgeschichten, dass Hunde eingefangen und vergiftet werden. Ich war wütend über diese Geschichten. Aber ich habe auch verstanden, was da in Havanna passiert ist: Nico hat mir eine Aufgabe geschickt!

Zurück in Deutschland habe ich Kontakt mit Aniplant und CEDA (2 kubanische Tierschutzorganisationen) aufgenommen. Ich habe gefragt wie wir helfen können. Mittlerweile haben wir schon erste kleine Hilfslieferungen nach Kuba gebracht. In Deutschland habe ich Menschen gefunden die mir helfen: Nicos ehemaliger Tierarzt, mehrere Tiermärkte und sehr gute Freunde.

Worüber ich aber am meisten stolz bin, das sind meine Brüder. Wir lieben Tiere. Mein Bruder Alex ist ein großer Fan von Katzen und er fing an in Kuba Katzen zu fotografieren. Als wir in Deutschland alle Bilder noch einmal angeschauten war ich fasziniert von der Schönheit dieser Bilder.

 

Alex machte jedes Jahr einen Katzen Kalender, nur für Freunde und Verwandte, maximal 50 Exemplare. Ich habe ihn gefragt, ob wir nicht einen Kalender machen sollten, der den beiden Hilfsorganisationen hilft. Er sagte sofort ja. Und bei unserem nächsten Besuch in Havanna gingen Alex und Felix mehrere Tage durch Havanna nur um Katzen zu fotografieren. Das Ergebnis seht Ihr auf dieser Webseite.

Als ich die Bilder Frau Nora Garcia Perez (Präsidentin von Aniplant) zeigte, begann sie zu weinen. Ihre Idee war es auch, die Bilder am 5. Oktober 2019 zum "Tag des Tierschutzes" in Havanna auszustellen.

Für mich ist es an der Zeit mich bei meinen beiden Jungs zu bedanken. Nico, ich danke Dir das Du mir Pablo geschickt hast. Ich danke Dir das ich ihn sehen durfte.


Und Pablo, wir hatten nur eine kleine Zeit miteinander. Ich weiß nicht wo Du heute bist, ich weiß noch nicht einmal ob Du noch lebst. Egal wo Du heute bist kleiner Junge, Du sollst wissen, dass all das, was jetzt passiert und in Zukunft passieren wird deinetwegen entstanden ist.

Ich werde Dich und Nico nicht vergessen, solange ich lebe. Das ist ein Versprechen!

Lieber Leser, nur gemeinsam können wir etwas erreichen. Ich bin der allererste der das weiß. Ich bin nur ein Teil dieser Geschichte. Wie diese Geschichte jetzt weiter geht, kannst Du mitentscheiden.

 

Wenn Du uns helfen möchtest, es wäre mir eine Freude Dich an Bord zu haben. Und, wie Du an dieser Geschichte siehst: Wir werden beiden helfen, Katzen und Hunden.

Liebe Grüße
Oliver

2018 - erste Hilfslieferung an CEDA

2018 - Besuch bei Aniplant

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